Oswald...der rasende Reporter
   
Puppenfestival Neustadt/Coburg - Sonneberg 1999
Himmelfahrtwochenende im Mai
   

1. Tag Donnerstag
Am Donnerstag früh sind wir voller Erwartungen in Richtung Thüringer Wald aufge-brochen. Das Wetter war schön und die Fahrt verlief ereignislos. Unser Ziel,
ein Gasthof in Sonneberg, erreichten wir aber erst sehr spät am Abend.

Auf dem Weg dorthin kamen wir nämlich durch Coburg und versuchten auf gut Glück die Firma Hermann Coburg in Cortendorf zu finden. Nach ca. 1 Stunde gaben wir auf und fuhren auf die Feste. Da war aber natürlich sehr viel los, weil es Feiertag war. Also beschlossen wir, die Feste Feste sein zu lassen und fuhren weiter Richtung Sonneberg.
Vorbei ging unsere Fahrt am Zapf-Werk, durch Rödental vorbei am Goebel-Werk und der Firma Lesch bis nach Neustadt. Hier wollten wir bei der Gelegenheit kurz in das Puppenmuseum vorbeischauen. Am Eingang gab es eine kleinere Diskussion mit der Kassiererin, die gerade zuschließen wollte. Es war 17.00 Uhr und regulär schließt dann das Museum, aber im Puppenfestival-Prospekt steht 18.00 Uhr. Es wäre schön, wenn die Mitarbeiter des Museums nächstes Jahr über längere Öffnungszeiten informiert werden würden. Die Kassiererin war dann so nett, uns und noch ein paar Gäste doch noch einzulassen. Das Museum ist in einem modernen, neuen Gebäude untergebracht. Es gab sehr viele Puppen und auch ein paar Bären. Leider keine Puppenstuben. Was echt toll war, ist das Untergeschoss mit dem Kindermuseum.

Danach fuhren wir dann zum Gasthof "Zum grünen Baum" in Sonneberg. Nach einem guten Abendessen planten wir den nächsten Tag und schliefen dann erschöpft ein.
   

2. Tag Freitag
Nach einem bärenstarken Frühstück besuchten wir das Spielzeugmuseum in Sonneberg. In einem alten schönen Gebäude findet man alles, was das Herz begehrt. Es gibt auch einige Vitirnen, an denen man etwas bewegen kann, wenn man auf einen Knopf drückt. So muß ein Spielzeugmuseum aussehen. Ein Besuch lohnt sich.
Wenn man dann endlich das System der Einbahnstrassen in Sonneberg verstanden hat, findet man sich auch einigermaßen zurecht.

 
Die Bahnhofstrasse wird gerade zum Teil zur Fußgängerzone umgebaut. Dort befindet sich die Firma Teddy Martin, die einigen aus dem TV-Verkauf Hot geläufig sein wird. Es gibt dort einen schönen kleinen Musterraum, in dem man die wunderschönen Sammlerbären bewundern und auch erwerben kann..
 
Weiter gings zur Firma Haida, die mit Ihrer neuen Verkaufshalle wirklich einen Besuch wert ist. Das Cafe Teddybär war zwar noch nicht ganz fertig, aber es gab dennoch einen Snack zum Essen. Vom alten Firmengelände ist noch einiges an altem Charme übriggeblieben und der Neubau ist gut gelungen.
 
Bei der großen Auswahl der Firma Haida fällt die Entscheidung für neue Ware nicht leicht. Mein Adoptivpapa, Herr Dieterle von der Bärenhöhle kann sich kaum zurückhalten und kauft einige neue Mitbewohner für sein Teddybärfachgeschäft. Es gibt auch noch einen Wettbewerb: Der goße Preis von Sonneberg. Viele Bären- und Puppenmacher haben Teddys eingereicht. Sie sind alle wirklich schön und wir haben Freude daran, alle genau zu betrachten.
 

Weiter ging es zum Tamia-Werk, wo es ebenfalls einen Fabrikverkauf gibt. Dort kann man günstig allerhand Spielzeug einkaufen. Leider gibt es aber keine Teddybären. Es gibt überhaupt sehr viel Fabrikverkauf im Thüringer Wald. Man kann gar nicht alles ansehen. Das ist ja auch schön, denn dann bleibt etwas für das nächste Jahr übrig.

Weiter ging die Fahrt nach Rödental. Bei der Firma Lesch, die Glasaugen herstellt und Miniaturbären vertreibt, fanden wir leider keinen Fabrikverkauf. Dafür besuchten wir die Firma Engel, die gleich an der Hauptstasse liegt. Hier gibt es jede Menge Puppen, Zubehör wie Puppenwagen und auch ein paar Bären.

 
Ein Schnäppchen jagt hier das andere. Bei der Firma Goebel kann man günstig Hummelfiguren erstehen, wenn einem das gefällt. Mir haben die Teddybären aus Porzellan ganz gut gefallen. Leider reichte die Zeit nicht mehr, Schloss Rosenau mit dem Glasmuseum zu besuchen.
 

3. Tag Samstag
Beim Frühstück im Gasthof lernen wir nette Bärenmenschen kennen. Wir bekommen den Tip, zur Firma Neeß in Neustadt zu besuchen. Das haben wir denn gleich in die Tat umgesetzt. Die Firma verkauft jede Menge Plüsch und auch etwas Mohair. Herr Neeß ist sehr nett und wir unterhielten uns über alte Zeiten, bevor die Grenze offen war.

Es folgte ein Tagesausflug nach Jena-Auerstedt, wo 1806 Napoleon gegen die Preußen eine Schlacht gewann. Wir besuchten die Gedenkstätten und ein Museum. Mein Adoptivpapa ist nämlich kulturhistorisch sehr interessiert, da er Zinnfiguren, überwiegend aus der napoleonischen Zeit, bemalt.

Auf dem Weg nach Jena fuhren wir an Hämmern-Mengersgereuth vorbei, wo die Firma Blechschmidt ihren Sitz hat. Da haben wir dann auch gleich geklingelt und eine kleine Bestellung aufgegeben. Die nette Tochter Blechschmidt zeigte uns die Firma und erklärte, daß die Chefin in Neustadt in der Industrieschau wäre. Wir beschlossen, am folgenden Tag dort vorbeizusehen.
 

Weiter ging die Fahrt durch den Thüringer Wald und in Saalfeld wollten wir eigendlich die Feengrotten besichtigen. Wir hatten auch schon die Eintrittskarten, als wir am Eingang erfuhren, daß es etwa 2 Stunden dauern würde, bis wir an der Reihe wären. Da mußten wir die Karten leider zurückgeben. Schade! Ich fühle mich in Höhlen doch so wohl. Vielleicht nächstes Jahr!

Auch Lauscha, das Glasstädtchen, möchte ich mir nächstes Jahr genauer ansehen. Dort gibt es ein Glasmuseum und man kann jede Menge Christbaumschmuck und andere schöne Dinge aus Glas kaufen. Aber wir fuhren nur durch den Ort und hatten keine Zeit zum Anhalten.

Die Fahrt nach Jena und zurück war länger, als wir dachten. Abends kamen wir hungig und müde zurück zum Gasthof.

 

4. Tag Sonntag
Eine nette Bärensammlerin zeigte uns beim Frühstück ihre neuen Teddys. Darunter auch den Festivalbär 1999 von der Firma Hermann Coburg. Meine Adoptivmama hat sich sofort in ihn verliebt und wollte auch einen. Aber nun erfuhren wir, das dieser Bär nur 100 mal gefertigt wurde und alle Stücke schon vorbestellt waren. Aber bei der Industrieschau in Neustadt, sagte die Bärensammlerin, hätte sie noch einen gesehen.

 

Wir verloren keine Zeit und rasten nach Neustadt zur Industrieschau. Dort sollte man unbedingt hingehen, denn es stellen doch einige tolle Firmen ihre Waren aus und man kann auch günstig einkaufen. Am Stand von Hermann Coburg gab es leider keinen Festivalbär mehr. Da waren wir sehr traurig. Das muß Frau Hermann wohl gemerkt haben, denn sie bot uns dann plötzlich ein Werksmuster an. Überglücklich und stolz trug meine Adoptivmama dann den Teddy den ganzen Tag herum. Das könnte sie ruhig auch mal wieder mit mir machen. Aber ich verstehe es ja: ist er nicht wirklich ein toller Bär, mit seiner Zipfelmütze und seinem Bart?

Wir bekamen dann auch den Weg zur Firma in Coburg-Cortendorf beschrieben und fuhren sofort hin.

 
Herr Martin empfing uns und wir staunten nicht schlecht über den riesigen Musterraum, vollgestopft mit den schönsten Teddybären. Hier kann man auch alle bewundern, die es nicht mehr zum Kaufen gibt. Natürlich nahmen wir auch hier gleich ein paar Bären für die Bärenhöhle mit. Es ist einfach herrlich, in einer Teddybärfirma zu sein. Gefüllte Regale, zugeschnittene Teile, überall Holzwolle und eine gemütliche, etwas verstaubte Atmosphäre. Toll!
 
Zurück in Neustadt statteten wir dann dem "Weihnachtsland Inge-Glas" einen Besuch ab. Es ist ein tolle Gefühl, im Frühling Christbaumschmuck auszuwählen. Der Verkaufsraum ist etwas schummrig und gemütlich, so daß wirklich weihnachtliche Stimmung aufkommen könnte. Hier gibt es Glasgegenstände in allen Formen und Farben zu kaufen. Ich habe auch Glasbären gesehen. Wer auf Nostalgie und Kitsch steht, kommt hier voll auf seine Kosten.
 
In Neustadt suchten wir dann noch die Frankenhalle, in der Herr Neumann vom BärReport jedes Jahr eine große Bären- und Puppenbörse veranstaltet. Die Veranstaltung war wirklich gut besucht und der Höhepunkt war die Prämierung der Wettbewerbsbären. Ich konnte mir leider die Namen der Gewinner nicht merken, da ich meinen Notizblock vergessen hatte. Das darf einem Chefreporter natürlich nicht passieren. Nächstesmal passe ich besser auf. Nach der Verleihung mußten wir uns dann langsam auf die Heimfahrt begeben.
 

Der Ausflug nach Neustadt/Sonneberg hat sich gelohnt und ich kann das Festival jedem empfehlen. Die meißten Fabrikverkäufe haben im Rahmen des Festivals auch Sonntags geöffnet und die Landschaft ist auch wunderschön. Man sollte aber warme Kleidung nicht vergessen, denn im Thüringer Wald ist es immer ein wenig kühler als sonstwo, hat man mir erklärt.

Euer Oswald